Ich habe einen alten Schleifstein gefunden…

Immer wieder erreichen mich Mails, dass jemand von seinem Großvater oder Vater ein alten Schleifstein vermacht bekommen hat und nicht weiss, was für eine Körnung dieser hat, bzw. ob er zum Messerschärfen geeignet ist. Schleifstein abgenutzt hart2

Wie könnt Ihr feststellen, was für ein Schleifstein das ist und abschätzen ob er für das Messerschärfen taugt?Auf die Ferne ist es immer schwierig einen Schleifstein einzuordnen. Die meisten Mails zu Schleifsteinen, die mich diesbezüglich erreichen, handeln von Schleifsteinen in dunkelgrau-beigen-weisslichen-hellgrauen oder bräunliche und rötliche Farbtönen. Wenn noch eine Herstellerbezeichnung zu erkennen ist, so hilft diese oftmals schon weiter.

Sollte dieser Schleifstein Euer erster Kontakt mit dem Messerschärfen sein und bisher Euer einziger Schleifstein, dann lest Euch bitte zunächst hier kurz ein, damit Ihr wisst, wovon ich im folgenden spreche.

Künstliche Kombisteine

Die meisten künstlichen Kombinationssteine aus der Zeit der Großväter und Väter stammen von deutschen Firmen wie Lapport, Müller oder APEX, die im Werkzeugfachhandel vertrieben wurden. Die Körnung kann man aus der Ferne nur sehr schwierig beurteilen, hier gibt ein Probeschliff Aufschluss, bei dem Ihr den fraglischen alten Schleifstein mit Euren anderen Schleifsteinen vergleicht. Meistens wurden die Schleifsteine früher nicht mit den Körnungszahlen bezeichnet, sondern mit Korngrößenbeschreibungen „grob/mittel/fein“.

Sie waren im FEPA-Körnungsbereich 120 bis 180 für den Grobschliff und 240 bis 320 für den Mittelschliff und von 400 bis ca. Körnung 600 für den Feinschliff vorgesehen. Dabei waren viele der künstlichen Steine sehr hart gebunden, so dass sie nur mit viel Kraft geschliffen werden konnten, dafür aber trotz gröberem Korn feiner geschliffen haben. Ich finde diese alten europäischen Steine durch die überharte Bindung als nicht so angenehm zu schleifen wie moderne Schleifsteine.

Die weich gebundenen japanischen Wassersteine sind erst die letzten fünfzehn Jahre nach Europa geschwappt und haben den Schleifsteinmarkt hier ordentlich aufgemischt.

Natursteine

Natursteine sind faszinierend. Sie tragen zwar langsamer ab als künstliche Steine, aber das Schleifgefühl kann bei der richtigen Kombination von Messer und Schleifstein etwas ganz besonderes sein.

gelbe belgische Brocken

Bei Natursteinen aus älteren Tagen hier in Europa habt Ihr, wenn Ihr Glück habt, einen alten gelben belgischen Brocken gelber belgischer Brocken, alter Schleifstein  vermacht bekommen. Diese Steine sind hervorragend für den Feinschliff zu gebrauchen. In diesen Körnungsbereichen von 6000 bis 8000 JIS gab es in früheren Zeiten auf dem künstlichen Schleifsteinsektor keine vergleichbaren Alternativen. Heute gibt es auch gute künstliche Schleifsteine für den Fein- und Feinstschliff, die auch bezahlbarer sind als gute gelbe belgische Brocken. Dennoch ist der gelbe belgische Brocken ein Schleifstein, der Spaß beim Schleifen macht und den ich gerne nutze.

Den belgischen Brocken erkennt man recht leicht, er ist meist in einem helleren Beige- bis Gelbton gehalten und bildet recht schnell eine feine Schleifpaste. Zudem trägt er gut Material ab, was Ihr daran erkennt, dass an der Oberfläche beim Kontakt mit dem Stahl schnell schwarze Streifen zu sehen sind. Falls die beige Seite mit einer dunklen Seite verklebt ist, so ist die dunkle Seite meist eine Schieferschicht, die weniger gut zum Schärfen geeignet ist.

blaue belgische Brocken

Bläuliche oder auch violette Natursteine sind oftmals nicht ganz so alt. Hier handelt es sich häufig um blaue belgische Brocken blauer belgischer Brocken - alter Schleifstein. Diese Steine wurde später abgebaut, nachdem die Vorkommen für gute gelbe belgische Brocken in den Bergwerken nahezu erschöpft waren. Sie schleifen etwas langsamer und nicht ganz so fein wie die gelben Steine (Schliffbild liegt im Bereich 5000 JIS), sind aber auch schöne Abschlusssteine, die nur wenig Grat stehen lassen.

Bei beimem blauen belgischen Brocken kann man in der Oberfläche auch kleine Punkte in erkennen, wie hier im Bild gezeigt.

blauer belgischer Brocken - Detail, Punkte, Einschlüsse

Bei schwarzen Natursteinen handelt es sich öfter um Thüringer Wassersteine, gerade im Rasiermesserbereich wurden diese zusammen mit einem kleinen Anreiber vertrieben. Sie tragen langsamer ab als der gelbe belgische Brocken, schleifen ähnlich fein und sind als Abschlusskörnung vor dem Chromoxidriemen gut zu gebrauchen.

Arkansas

Wenn der Schleifstein noch nicht ganz so alt ist, könnte es auch ein Arkansas sein. Diese Steine sind sehr hart gebunden, fast glasartig und schleifen extrem langsam aber auch fein. Solche Steine sind nur für den abschließenden Schliff (ich nutze sie wenn dann nur noch zum Grat reduzieren) nach Vorarbeit auf gröberen Steinen zu gebrauchen, ein Messer von stumpf auf scharf umschleifen geht damit praktisch nicht. Da sie so hart gebunden sind, verzeihen sie aber auch viele Schleiffehler. Gerade bei gebogenen Klingen, mit denen man sonst in den Stein einschneiden könnte, spielen Arkansas Steine ihre Stärke aus. Ebenso als Formsteine für das Abziehen von verwinkelten Klingengeometrien von manchen Holzbearbeitungswerkzeugen.

Öl oder Wasser

Eure Großväter und Väter haben meist Öl zum Schleifen verwendet. Probiert mal aus, ob ein Wassertropfen in den Stein einzieht oder ob er oben drauf stehen bleibt.

  • Zieht der Tropfen ein, so würde ich erstmal versuchen den Stein mit Wasser zu schleifen.
  • Wenn er nicht einzieht, würde ich trotzdem versuchen ihn mit Wasser zu schleifen. Manche sehr dichte Steine, wie der Arkansas, lassen auch ungeölt kaum Wasser in die Oberfläche eindringen. Wenn das Schleifen mit Wasser aber nicht klappen will, wurde der Stein früher sehr wahrscheinlich mit Öl geschliffen und nimmt daher kein Wasser mehr auf. Dann würde ich Euch empfehlen in Richtung Petroleum als dünnflüssiges Schleiföl zu gehen. Der Vorteil von Petroleum ist, dass es je nach verwendetem alten Öl die alten Ölbestandteile ein wenig anlöst und den Stein so wieder besser nutzbar macht.
  • Belgische Brocken werden generell mit Wasser geschliffen, hier bitte kein Öl verwenden!

Kann ich den alten Schleifstein zum Messerschärfen nehmen?

Durch die harte Bindung vieler älterer Steine ist das Schliffbild oftmals feiner als es die Körnung suggeriert, aber der Abtrag ist dementsprechend auch recht gering. Gerade wenn Ihr keine anderen Schleifsteine zum Vergleich habt und nicht wisst, wieviel ein guter Schleifstein abtragen sollte, so schleift Ihr Euch oftmals einen Wolf, bis überhaupt ein Grat entsteht. Sollte die Gratentstehung bei Euch also auch ein Problem sein, dann würde ich Euch raten einen gröberen SchleifsteinSiliziumkarbid Schleifstein als Erweiterung eines gefundenen alten Schleifsteins vor dem vermachten Stein zu verwenden und erst nachdem der erste Grat auf durchgehender Schneidenlänge entstanden ist, auf den feiner schleifenden alten Stein zu wechseln. Danach dann wie gewohnt mit Lederriemen und Polierpaste das Messer abziehen, um den Grat zu entfernen.

Fazit

Neben der Nostalgie, sich beim Schleifen vorzustellen, wie die Vorfahren auf dem Schleifstein Ihre Messer geschärft haben, kann so ein alter Schleifstein auch eine Ergänzung im mittleren bis feinen Schliffbildbereich sein. Daher bitte die alten Steine nicht wegwerfen sondern einen aufmerksamen Probeschliff darauf durchführen und wenn er Euch zusagt, in Euer Schleifsortiment aufnehmen. Wenn Ihr Glück habt, ist es vielleicht sogar ein kleines Schätzchen, wie ein belgischer Brocken.

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42 Gedanken zu „Ich habe einen alten Schleifstein gefunden…

  1. Hallo Leo,

    man sollte nicht unerwähnt lassen, dass diese alten „Schätzchen“ auch durchaus ihren materiellen Wert haben. Besonders im anglo-amerikanischen Raum sind Thüringer Steine der Firma Escher & Co gesuchte Sammlerstücke, die bei guter Erhaltung des Steines und der Originalverpackung -anhängig von der Größe- bis zu 700€ gehandelt werden.( Das Dutzend hat vor fast 100 Jahren mal 9 Dollar gekostet, das waren pro Stück etwa 3 Reichsmark) Und dieser Trend hat Deutschland, insbesondere bei Liebhabern der Messerrasur, schon längst erreicht.
    Auch schöne große gelbe Belgier sind gesuchte Objekte, die inzwischen nach den geologischen Schichten aus denen sie gewonnen wurden, klassifiziert werden. Für Kenner haben Bezeichnungen wie „La Veinette“ oder „La Griese“ den gleichen Klang wie „Latour“ oder „Mouton“ für Weinliebhaber.

    Natürlich gibt es viele gute künstliche Steine. Sie sind homogener als Natursteine und sind dadurch berechenbarer. Trotzdem, oder vielleicht auch gerade deswegen, mag ich Natursteine lieber. Jeder Stein ist anders. Sie sind nicht „seelenlos“, sondern ein Produkt von Mutter Natur, in Millionen Jahren „handwerklich“ und daher nicht immer perfekt, erschaffen.

    Meinen finanziellen Möglichkeiten folgend habe ich mich –b.a.w.- mit einem unbenannten Belgier der Standartkategorie im Format 175X50 mm zufrieden gegeben. Keine Schönheit, aber mit sehr anständigen Ergebnissen. Besonders für Rasiermesser oder als Abschluss / Polierstein für Küchenmesser SEHR empfehlenswert.

    Ich habe dann nach einer günstigen Alternative gesucht, da inzwischen meine ganze Familie ihre Messer bei mir ablädt und ich den Stein ja noch viele Jahre nutzen will. Ich habe den Rozsutec-Bankstein ( in entsprechenden Kreisen „Ösi“ genannt ) mit einem kleinen gelben belgischen Brocken (GBB) im Format 3x3cm als Reibestein kombiniert. Der Ösi war mir persönlich zu hart und zu langsam. Kein schlechter Stein, meiner ist sehr schön gleichförmig gefügt, aber man muss Zeit mitbringen. Wird er aber etwas mit dem GBB angerieben, sodass etwas -es muss nicht viel sein- milchiger Schleifschlamm entsteht, so fängt er an richtig zu beißen. Das Ergebnis ist sehr gut, fast wie bei dem großen Belgier, aber die Kombi kostet nur ein Viertel.

    Natürlich ist dies fast eine akademische Diskussion. Wir bewegen uns hier in Kategorien, die nur für Rasiermesser und darüber hinaus vielleicht für edelste japanische Messer eine allgemein spürbare Relevanz haben. Muttis Küchenmesser werden auch mit einem 20€-Kombistein scharf, wenn man sich an Leos Videos hält. Aber natürlich gibt es auch die Liebhaber, die nach der gründlichsten Rasur streben oder ihren Pata Negra Schinken freihändig papierdünn schneiden möchten. Ihnen sind die alten Schätzchen lieb und teuer.

    • Hallo Marc,

      vielen Dank für Deine Anregungen bezüglich der alten Thüringer Steine, das Anreiben auf dem Roszutec werde ich mal probieren, wäre ja wirklich eine preiswerte Alternative. Schon erstaunlich wie alte Schätzchen plötzlich an Wert gewinnen, wenn sie selten werden.

      Viele Grüße,
      Leo.

    • Hallo Leo, hallo Marc,

      erst einmal danke für die interessanten Beiträge; liest sich wie ein Krimi! Habe eine kurze Frage: Bin Anfänger und habe mir jetzt einen Ösi 6000 geleistet, außerdem einen kleinen Soft Arkansas, um ein altes Messer meines Opas zu schleifen (Erinnerungsstück), und dabei ist mir aufgefallen, daß nach dem Feinschliff bzw. Abziehen beide Steine wie poliert aussehen. Vorher hatten sie eine samtig matte Oberfläche, aber jetzt glänzen sie; das Messer hat hier als Polierstahl gewirkt. Muß das so sein, oder beeinträchtigt die glatte, glänzende Oberfläche das weitere Arbeiten (dh. sie nimmt nichts mehr weg,wie ich jedenfalls annehmen würde)?

      Herzlichen Gruß
      Helmut

      • Hallo Helmut,

        hast Du die Steine trocken geschliffen? Falls ja, würde ich beim nächsten Mal mit Wasser schärfenn, bzw. falls Du schon mit Öl geschliffen hast auf den Steinen, mit einem dünnflüssigen Öl, wie Petroleum. Das schwemmt den Metallabrieb ein wenig ab. Das Problem ist, dass beide Steine recht hart gebunden sind und Natursteine sind. Wenn die natürliche Streuung Dir jetzt bei beiden Steinen besonders harte exemplare gebracht hat, dann musst Du die Oberfläche ab und zu mit einem anderen griffigeren Schleifstein oder durch Abrichten wieder auffrischen, damit sie wieder griffig wird. Hier habe ich ein wenig dazu geschrieben.

        Viele Grüße,
        Leo.

        • Hallo Leo,

          die Steine hatte ich naß verwendet. Danke für den Tip (Dein Video), habe den Ösi jetzt mit SiC geschliffen, die Oberfläche ist nun fein satiniert und trägt wieder ab. Allerdings vermute ich, daß ich das ab und an wiederholen muß; der Ösi scheint wirklich zu hart gebunden zu sein, um genügend Schleifpartikel freizusetzen. Schade, ist ein schöner Stein und sieht vom Foto her ganz genauso aus wie der Rozsutec (Zufall?). Deshalb wüßte ich gern, ob Du mit dem Rozsutec ähnliche Erfahrungen gemacht hast. Evt. besorge ich mir den dann mal. Danke und Gruß
          Helmut

  2. Hallo Leo,

    immer wieder eine Freude, Dich zu lesen.
    Der Pflasterverbrauch meiner „Holden“ ist massiv angewachsen, aber sie möchte scharfe Messer nie mehr missen.

    Gruß Paul

  3. Hallo Leo,
    Chapeau!
    Eine grandiose Seite. Lebe im Bergischen Land und ärgere mich seit Jahren über unscharfe Messer. Habe vor kurzem einen „Kotten“ besucht und gesehen, wie man Klingen wirklich schärft. Habe aber weder Wasser noch Schleifstein.
    Jetzt will ich mich selber daran machen. Bin dabei auf Deine Seite gestoßen – und bin begeistert. Endlich einmal wieder ein wenig handwerklich tätig werden und nicht nur der Wegwerfgesellschaft frönen. Messer sollten halten für die Ewigkeit, gerade hier in der Umgebung von Solingen u.a.
    Danke nochmals für die viele Mühe. Sollte eigentlich eine Pflichtveranstaltung in den Schulen werden – aber dafür müßte es dann wohl eine eigene App geben.

    Herzliche Grüsse aus dem Bergischen Land

    Walter Döllinger

    • Hallo Walter,

      erstmal einen Gruß in die alte Heimat, ich komme ja selbst aus dem bergischen Land, den Wipperkotten habe ich damals auch besucht, war schon interessant den alten Schleifer dort arbeiten zu sehen. Für’s Appschreiben reicht meine Internetkenntnis dann noch nicht aus, daher werden sich die Schüler mit Youtubevideos von mir rumschlagen müssen.
      Es freut mich, dass Du mit den Infos auf meiner Seite etwas anfangen konntest.

      Viele Grüße,
      Leo.

  4. Hallo Leo,

    zunaechst vielen Dank fuer die vielen guten Tipps. Deine Beitraege und Videos haben mir schon zu vielen guten Schaerfergebnissen verholfen.

    Eine Frage zum belgischen Brocken: ich lese immer wieder, dass dieser von seiner Beschaffenheit und Dichte so ist, dass er kein oder praktisch kein Wasser aufnimmt. Ich hatte schon Steine in der Hand die beides taten, beide auch durchaus gut schaerften, und beide als belg. Brocken bezeichnet wurden. Ich frage mich daher ob die Behauptung bzgl. der Wasseraufnahme stimmt, und somit als Erkennungsmerkmal dienen kann?

    Gruss
    J.

    • Hallo John,

      da belgische Brocken Natursteine sind, ist die Streuung schon ein wenig größer. Meine blauen belgischen Brocken nehmen so gut wie kein Wasser auf, die gelben scheinen mit ein wenig Wasser aufzunehmen.

      Ich würde es daher nicht so sehr als Erkennungsmerkmal nehmen, eher dann schon die guten Schliffbildeigenschaften bei geringer Gratbildung.

      Viele Grüße,
      Leo.

      • Das kann ich nur bestätigen, ist bei meinen genauso.
        Der Blaue nimmt praktisch kein Wasser auf, der Gelbe schon, wenn
        auch viel weniger wie Kunststeine.

  5. Hallo Leo, jetzt bin ich bald in Rente und lerne endlich richtig die Messer zu schleifen. Schon immer war ich ein Fan von scharfen Küchenmessern, hat aber nur so leidlich funktionert. Dank meiner Kinder kann ich nun im I-net stöbern und bin so auf Deine Seite gelangt. Super hilfreich und „teuer“ – habe mir nämlich den GBB gegönnt. Jetzt aber zu meinem eigentlichen Problem (will ja nichts falsch machen) – Muss man den Brocken auch anschlämmen und wenn ja wie. Mit dem gleichen Stein (muss ich also noch einen GBB kaufen) oder reicht ein anderer? Oder genügt nur etwas Wasser? Leider habe ich über das Anreiben nichts gefunden bzw. überlesen. Schon mal danke für eine Antwort. Echt super Seite!!!!!

    Viele Grüße vonne Iris

    • Hallo Iris,

      Du kannst den gelben belgischen Brocken ruhig erstmal ohne Anreiber testen. Da er ein Naturstein ist, unterscheidet er sich ein wenig von Stein zu Stein. Wenn er genug Schleifschlamm bildet, dann brauchst Du keinen Anreiber, wenn er aber kaum schlämmt, oder Du das Gefühl hast, er setzt sich zu, dann würde ich einen einfachen kleinen gelben belgischen Brocken dazu holen, wie den hier.

      Hast Du denn auch Schleifsteinmäßig was gröberes da? der gelbe belgische Brocken alleine ist zwar sehr fein, aber wenn Du mal viel Material abtragen musst, ist er schnell überfordert.

      Viele Grüße,
      Leo.

  6. Als Waffengraveur vermisse ich auf diesen Seiten die Arkansas Natursteine,die zumindst für das Schleifen von besonders harten Stählen allen anderen Steinen,auch den Belgischen Brocken deutlich überlegen sind.
    Gruß Helmut

    • Hallo Helmut,

      die Frage ist immer was genau geschliffen wird. Bei Schneidkanten habe ich mit den Arkansassteinen, die ich bisher versucht hatte eine geringeren Abtrag und weniger Schleifgefühl erfahren als z.B. bei belgischen Brocken. Wohl aber halten Sie ihre Form deutlich besser, sind also ideal für Formsteine.

      Viele Grüße,
      Leonhard.

  7. Frage zu den Schleifsteinen : Die Werte, die Du für die europäischen und japanischen Natur, oder Kunststeine angibst, sind diese Werte nach FEPA-Körnung, oder JIS angegeben ? Ich denke, dass es FEPA sein dürfte, bin aber nicht sicher. Soweit solche Körnungen angegeben werden wäre es gut die Einheit mit zu zitieren, bzw eine Vergleichstabelle zu verlinken. Deine Seite ist im übringen klasse und bei mir fest gebucht.
    Gruß aus Mittelhessen

    • Hallo,

      bei dem Schleifsteinvergleich auf meiner Hauptseite verwende ich als Feinheitsangabe das Schliffbild. Hierbei vergleiche ich, wie fein eine Stahloberfläche von einem bestimmten Messer nach dem Schleifen auf dem Stein aussieht. Diese Größe ist anwendungstechnisch meiner Ansicht nach deutlich aussagekräftiger als reine Körnungsangaben, da das Schliffbild auch Dinge wie Bindungsfestigkeit, Kornform und Kornsprödigkeit berücksichtigt, die ebenfalls einen Einfluss auf die geschliffene Oberfläche haben.

      Viele Grüße von der Pfalz nach Mittelhessen und noch ein paar schöne Radtouren,
      Leo.
      In diesem Artikel über die alten Schleifsteine hatte ich die Körnungsangabe bei den Kunststeinen mit FEPA gemacht, da diese Werte auf manchen Steinen noch aufgedruckt sind, damit es keine Verwirrung gibt.

  8. Hi Leo, erstmals grosses Lob und Dank für Deine Arbeit. Habe alle deine Youtube Videos gesehen. Was hälst du von Schärfern, wo man das Messer einspannen kann wie z.B. hier: http://www.ricardo.ch/kaufen/haushalt-und-wohnen/kochen-und-backen/kuechenmesser/messerschaerfer-fuer-profi-und-haushalt/v/an754760182/

    Müsste doch gerade für mich als Anfänger einfacher sein, da der Winkel ständig gleich bleibt. Oder seh ich da was falsch? Was sind denn die Vorteile von manuelem Schleifen, dass viele auf solche Geräte verzichten?

    Liebe Grüsse aus der Schweiz
    Gerry

    • Hallo Gerry,

      die chinesischen Nachbauten des Apex Pro sind nicht so dolle. Das Messer wird dabei auch eigentlich nicht eingespannt, sondern nur mit dem Rücken gegen die weisse Auflage gedrückt. Der Vorteil vom manuellen Schärfen ist, dass
      – die Schleifstein günstiger sind und von besserer Qualität,
      – Du den Winkel besser den lokalen Bedürfnissen anpassen kann, z.B. die Spitze ein wenig stumpfer, da diese durch Schneidbretter mehr belastet werden
      – das Schleifen selbst mehr Spaß macht

      Aber bezüglich des Einhaltens des Winkels hast Du schon recht, Schleifgeräte wie Lansky oder der Apex Pro liefern konstantere Winkel beim Schärfen. Auch wenn Du mit so einem Gerät schärfst, solltest Du im Anschluss nochmal Lederriemen und Polierpaste nehmen, um den Grat zu entfernen.

      Viele Grüße,
      Leo.

      • Danke für Deine Zeit und Antwort. Die Steine sind ja Keramik, die man ohne Wasser verwenden soll oder? Nur zum schärfen, was denkst du von folgender Reihenfolge: 800er (JIS) dann 3000er (JIS), dann Lederriemen leer und noch Lederriemen mit Chromoxidpaste?

        PS: oder würdest Du ev. doch noch mit z.B. einem 6000er dahinter oder erledigt das dann der Chromoxid-Lederriemen?

        Nochmals Danke und Alles Liebe aus der Schweiz
        Gerry

        • Hallo Gerry,

          wenn Du Dich auf den China-Nachbau beziehst: Die Steine müssen naß bzw. mit Öl geschliffen werden! Und wenn Du Dich mit der zweiten Frage auf Küchenmesser beziehst: 800 JIS, danach abziehen mit SiC-Paste von Scherenkauf auf Lederriemen für bissige Schärfe; wenn mehr Wert auf Druckschnitt gelegt wird oder für Carbonstahlmesser kann nach dem 800er noch ein 3000er kommen, danach noch auf Leder abziehen.

          Gruß Helmut

  9. Hallo Leo,

    ich habe eine Weile in den USA gelebt und besitze einen einfachen Arkansas Stein. http://www.smithsproducts.com/product/mp4l-4-arkansas-stone-with-pouch/#wrapperReviews
    Er wird als “ Medium – 600 Grit“ beschrieben. Ich möchte mir gerne im März (wenn wieder verfügbar) das verbesserte Einsteiger Set kaufen, wie würde ich ggf den Arkansas Stein auch mit verwenden können?

    Vielen Dank für Deine tolle Seite und die sehr hilfreichen Videos,
    viele Grüße aus Rheinhessen,
    Anna

    • Hallo Anna,

      ich kenne diesen Stein nicht genau, vermute aber vom Bild her, dass es eher ein offener Arkansas ist, der nicht ganz die glasartige Oberfläche der feinen Arkansassteine hat. Ich schätze, dass er im Schliffbildbereich wahrscheinlich knapp oberhalb des Zische aus dem verbesserten Einsteigerset liegen würde. Körnungsmäßig wäre ein etwas feinerer Stein sinnvoll. Aber ich würde nicht zuviel nach dem Smith richten, da er mit seinen 10 cm Länge eh nicht so gut zum Schleifen ist. Nur wenn Du einen Stein für unterwegs brauchst, könnte er eine interessante Option zum nachschärfen zwischendurch sein.

      Viele Grüße,
      Leo.

      • Hallo Leo,
        vielen Dank für die prima informative Antwort!
        Viele Grüße,
        Anna

        PS Den Zische 220 habe ich einfach auch noch gekauft. Jetzt muss ich darauf nur noch die Kanten brechen, die stehen stark hoch. Und ich will mir den Kombistein dadurch nicht „kaputtmachen“, jetzt überlege ich noch, womit ich das mache…

  10. Hallo Leo,
    ich habe aus meiner Zeit in den USA einen kleinen Arkansas Stein, der mit Medium angegeben wurde. Er ist von Smith’s, und sie schreiben auf der Website „Grid: 600“.

    Vor ein paar Tagen habe ich mir das Verbesserte EinsteigerSet (einzeln, mit dem 5cm Stein) bestellt, und frage mich, ob ich den Arkansas Stein als noch feineren, zB vor dem Lederriemen einsetzen könnte?

    Und noch eine generelle Frage: der Zische Kombistein 220/800 – entspricht die Grobe Seite dem Zische 220 Stein, den Du häufig für ganz grobe Arbeiten zB an alten Messern empfiehlst? Davon habe ich nämlich 3 Stück von meinen Großeltern, die ich gerne nach etwas Übung mal aufarbeiten würde.

    Vielen Dank für die tolle Seite,
    Anna

  11. Ich bin zufällig über diese klasse Artikel gestoßen. Sehr netter informativer und hilfreicher Blog.

    Ich werde auf jeden Fall mal bei meinem Opa gucken welche Schleifstein er noch auf dem Speicher hat. Ich denke dann werde ich mal schauen was er so benutzt hat. 🙂

    lg
    Chris

  12. Hallo Leo,

    ich habe heute den halben Vormittag auf deinem Blog verbracht und wollte einfach mal danke für die vielen tollen Artikel sagen. Ich arbeite mich gerade selber immer mehr in das Thema Schleifen ein und hab anfangs gedacht, na so viel kann da doch nicht dran sein. Ich hab aber schnell dazu gelernt und dein Blog war echt eine Hilfe.

    VG
    Alexander

  13. Hallo Leo,

    vorab: Du hast hier eine sehr feine Seite, ich habe schon viele von deinen Tipps befolgt und so meine Messer wieder hervorragend scharf bekommen und einiges gelernt. Vielen Dank dafür.
    Zu meiner Frage (Ich weiß nicht ganz, wo ich sie stellen soll, zu diesem Thema könnte sie aber passen.):
    Ich bevorzuge für meine Taschenmesser und kleineren „stehenden“ Messer das Lansky Schärfset, mittlerweile durch Diamant- (für die sehr harten und schneidhaltigen Stähle wie z.B. CPM S35VN) und Sapphire Hone (als letzter Stein vor dem Leder) ergänzt.
    Der sehr feine (1000 Grit) und Sapphire (2000 Grit) haben mittlerweile deutliche Metallabriebspuren. Ich habe zu erst die Steine trocken verwendet und mit dem beiliegenden Öl (oder Kamelienöl, das geht auch sehr gut) gereinigt, so wie es empfohlen wird. Das funktionierte bei den groben bis feinen Steine sehr gut bei den sehr feinen aber nicht. Dann habe ich immer eínen Tropfen Öl beim schleifen benutzt, das funktionierte bei allen steinen noch besser, sie setzen sich nicht zu und man muss nicht während des Schleifens reinigen. Der Abrieb bleibt aber bei den sehr feinen drauf. Ich habe auch den Eindruck, dass das beiliegende Öl etwas zu hochviskos für die sehr feinen Steine ist. Petroleum möchte ich aber wegen des Geruchs nicht benutzen.
    Gibt es eine Möglichkeit, die Steine zu reinigen? Gibt es ein empfehlenswertes dünneres Öl? Oder eine Reinigungsflüssigkeit? Ist die dann gesundheitlich bedenklich, schließlich schneide ich auf oft Lebensmittel und schärfe gern in der Küche? Gibt es eine Art Radiergummi, wie solche, die man zum Reinigen von angelaufenen Klingen benutzt? Sollte ich versuchen, den 1000er und den 2000er aneinander zu reiben?
    Abrichten mag ich die Steine nicht, dann lasse ich den Abrieb lieber drauf.
    Danke.

    VG Jörn

    • Hallo Jörn,

      ich würde den Abrieb drauf lassen, solange er nicht das Schleifergebnis beeinflusst. Du kannst mal versuchen den Stein mit Spülmittel zu reinigen und anschließend mit Alkohol zu entfetten, um dann mit einem normalen Radiergummi (ich würde erstmal die weichen probieren) den Abrieb zu entfernen. Aber hundertprozentig klappt das meist nicht. Manche legen den Stein auch in die Spülmaschine, da hätte ich aber ein wenig Sorge wegen der Verklebung.

      WD40 ist ein dünnflüssigeres Öl, mit dem Du es probieren kannst, allerdings dann bitte vor den Nutzung der Messer gut das Öl abspülen, da es nicht lebensmittelecht ist.
      Viele Grüße,
      Leo.

  14. Hallo Leo,
    Da ist dieser Stein, der so hoch klingt, dass man ihn für Glas oder eine Fliese hält.
    Hinten ist nicht exakt plan, ein oder zwei hunderstel oder so und auf der front hat er einen Rahmen in der eine rauh struckturierte Fläche 1-2 Millimeter tieferliegt.
    Erhaben steht darin geprägt,
    „V&B Dänischburg“, darunter „Made in Germany“, daneben eine unprofesionell in die Pressform gravierte Zahl „4“.
    Habe ihn mit Wasser gereinigt. Sowohl mit Wasse als auch mit , naja – Babyöl/Waschbenzin hatte ich keinen Efekt.
    Was ist das und für was nützt man das.

    • Hallo Bert,

      V&B steht wahrscheinlich für „Villeroy & Boch“, die haben eine lange Zeit Steingut und Keramikdinge hergestellt. Allerdings kenne ich den vonDir beschriebenen Stein nicht. Vielleicht kannst Du mir ein Foto von dem Stein an leonhard.ullrich@gmx.de mailen. Falls noch eine Verpackung davon existiert, wäre ein Foto davon auch gut.

      Viele Grüße,
      Leo.

  15. Hallo Leo,

    erstmal herzlichen Dank für die tolle Seite! Dass jemand seine selbsterworbene Expertise so schön aufbereitet und für andere zur Verfügung stellt, ohne dabei belehrend oder besserwisserisch zu sein, ist etwas ganz besonderes. Und insbesondere finde ich es gut dass du zeigst, wie man alte Messer und Steine wieder reaktivieren kann und nicht wegschmeißen und neukaufen muss (wie es die Konsumgesellschaft gerne hätte).

    Ich hätte eine Frage zu einem Kombistein der Firma Zische, den du in deinen Listen nicht aufgeführt hast: den Abziehstein Korund Kombi FEPA 360/1000 (700/3000 JIS). Ist davon auszugehen, dass dieser Stein auf dem hohen Niveau der anderen Zische Steine ist? Die rote Seite könnte von Körnung und Farbe dem Missarka Ultra gleichen, die grobe Seite liegt etwa zwischen den Körnungen des blau-weißen Kombisteins. Ist der Stein damit als Erstanschaffung geeignet, wenn die Messer nicht zu stumpf sind oder wäre der blau-weiße Kombistein geeigneter?

    Noch eine Frage: Warum soll man immer in Scheidrichtung schleifen? Zumindest wenn es ums scharf halten und aufrichten des Grats geht, wäre es dann nicht logischer das Messer entgegen der Schneidrichtung zu ziehen? Oder wäre fürs scharf halten und Grat aufrichten ein feiner Wetzstab die sowieso die bessere Lösung als ein Stein?

    Danke schon Mal und liebe Grüße
    Sebastian

    • Hallo Sebastian,

      der Zische 360/1000 ist ein recht guter Stein, den ich erst neulich gesehen habe, aber noch nicht ausführlich getestet habe. Die ersten Versuche schauen aber schon recht gut aus.
      Ich schärfe ja in beide Richtungen. Das reine Schärfen in nur der Vorwärtsbewegung reduziert die Gratbildung, ist also dann relevant, wenn es um das Reduzieren des Grates auf Deinem Abschlussstein geht. Da der Lederriemen mit guter Polierpaste allerdings recht gut im Gratentfernen ist, ist das nicht ganz so relevant. Ich würde immer in beide Richtungen schärfen, damit Du nicht immer das Messer vom Stein abheben und neu aufsetzen musst und dabei die Kontrolle über den Winkel reduzierst.
      Für das Scharfhalten von weicheren europäischen Kochmessern ist ein feiner Wetzstahl gut geeignet. Allerdings kommt man damit bei japanischen sehr harten und bruchempfindlicheren Klingen nicht so gut weiter. Ein guter Kompromiss zum Scharfhalten sind übrigens V-Schärfer.
      Damit kannst Du einmal richtig geschärfte Messer (den Winkel beim Schärfen etwas flacher halten als der V-Schärferwinkel), die keine Ausbrüche mehr haben, mit wenig Aufwand und reproduzierbar scharf halten. Anschließend nehme ich dann wieder Lederriemen und Polierpaste.
      Viele Grüße,
      Leo.

    • Hallo. Ich habe mir diesen Stein gerade zugelegt und kann sagen das er gut geeignet ist für Messer die nicht all zu stumpf sind.
      Bei komplett stumpfen Messern solltest erst mit dem 220/400 Stein arbeiten sonst schleifst dir einen Wolf.
      Ich hatte eine gewisse „Restschärfe“ und hab mein Messer mit diesem Stein und Lederriemen innerhalb von 10min. mein Messer auf „Unterarmhaarschneideschärfe“ bekommen!😉
      Noch als kleiner Tipp, nimm den mit 6cm breite!
      Zu deiner anderen Frage wegen dem Vergleich zum Missarka: die rote Seite ist die 360 Körnung und die weiße die mit 1000. Denke aber das die 1000 von diesem Stein ähnlich dem Missarka sind obwohl ich diesen nicht habe.

  16. Hallo Leo,
    ich bin total fasziniert von Deinen Seiten!
    Als Liebhaber scharfer Messer habe ich immer die Dienste eines erfahrenen Schleifermeisters aus Solingen in Anspruch genommen.
    Eher dilettantisch habe ich mit verschiedenen Geräten herumgestümpert; Wetzstahl, Rubinschärfer von Böker, Lansky u.a.
    Nun habe ich genügend freie Zeit und will es mal richtig machen!
    Eine grundsätzliche Frage: Wie empfehlenswert ist die Schleifmaschine Tormek?
    Scheint mir für Laien gut geeignet.
    Oder sollte ich gleich mit Schleifsteinen beginnen?
    Momentan benutze ich Carbonstahlmesser von Herder, Damastmesser von Böker,
    Ceramax von Zwilling, Burgvogel-Messer, Opinel u.a.

    Vielen Dank für Deine Antwort

    Grüße
    Rainer

    • Hallo Rainer,

      ich würde nur die Tormek in Betracht ziehen, wenn Du auch Holzbearbeitungswerkzeuge schleifen willst. Für Messer alleine halte ich sie für zu aufwendig. Deine Messerauswahl ist auf jeden Fall schonmal hochwertig, da würde ich in diese Richtung zum Scharfhalten und vorher in diese Richtung zum Anbringen des Grundschliffs gehen. Dann schonst Du durch den V-Schärfer die Flanken der hochwertigen Messer vor dem Verkratzen und kannst die einmal auf dem Schleifstein in einem flacheren Winkel geschärften Messer zügig und einfach scharf halten mit dem V-Schärfer.

      Viele Grüße,
      Leo.

  17. Hallo,
    durch Zufall bin ich gestern über deine Seite gestolpert, und was soll ich sagen? Es wurde zu meiner gute Nacht Lektüre.
    Wirklich interessant und spannend zu lesen, wie ein guter Krimi!
    Es ist für einen Laien (wie mich) schon etwas verwundernd was für eine „Wissenschaft“ hinter dem schleifen steckt.
    Ich habe mir vor kurzem ein Böker Plus Mini Vanquish- Messer gekauft, zugegeben wegen der Optik. Es ist auch nicht schlecht bzw. für meine Verhältnisse wirklich toll. Nur war ich etwas enttäuscht was die schärfe betrifft. Es hat zwar eine gewisse Gebrauchsschärfe aber die Haare vom Arm zu rasieren das funktioniert natürlich nicht. Das wollte ich natürlich ändern, mit dem Ergebnis mehr schlecht als recht!
    Habe es mit zur Arbeit genommen um es zu schleifen, ich arbeite in einem Metall verarbeitenden Betrieb. Doch die Schleifmittel die mir da zur Verfügung stehen sind nicht unbedingt dafür ausgelegt ein Messer zu schleifen, eher zum entgraten.
    Nun bin ich auf der Suche nach guten Schleifsteinen.
    Ich wollte eigentlich folgende Steine erwerben: Zische 220/400, 360/1000, 500/1200, 1500.
    Auf deiner Bestenliste tauchen diese z.T. auch auf.
    Nun zu meinen Fragen:
    1. Woran liegt es das fast nur Zische Steine in deiner Liste auftauchen?
    Sind sie wirklich so gut oder gibt es keine anderen europäischen Hersteller, oder hast du noch keine anderen getestet?
    2. Ist es generell so das die japanischen Steine weicher sind als die europäischen?
    3. Was hältst du von den oben aufgeführten Steinen bezüglich der Körnung, brauch ich überhaupt so viele oder kann man den einen oder anderen überspringen?
    Danke schon mal für deine Antworten.
    P.S. Das Starter Set von Zische habe ich mir schon angeschaut, da ich aber alle Steine gerne mit 60mm breite hätte fällt das weg.
    Und natürlich möchte ich auch nicht nur dieses eine Messer damit schleifen, da wären die ganzen Steine schon etwas übertrieben.

    • Hallo Andre,

      tut mir leid für die späte Rückmeldung ich komme bei den ganzen Mails einfach nicht mehr hinterher.
      zu 1) Mit den Zische Steinen habe ich gute Erfahrungen gemacht, daher kann ich sie guten Gewissens empfehlen. Natürlich habe ich auch andere Steine getestet, war aber nicht immer zufrieden. Es gibt leider in Europa immer weniger Hersteller für Handschleifsteine, sehr viele importieren jetzt auch China und Japan Steine und labeln sie um. Lapport ist auch noch ein guter europäischer Schleifsteinhersteller. Aber ich kann auch nicht alle Steine testen, da ich das ja nur in meiner Freizeit mache.
      zu 2) ja die japanischen und asiatischen Steine sind bis auf wenige Ausnahmen (z.B. die Naniwa Chosera Reihe) härter gebunden als die japanischen und asiatischen Steine.
      zu 3) Du brauchst nicht soviele Steine. Es reichen für Dein Messer, das aus VG10 Stahl besteht die beiden, die ich in diesem Set vorstelle.
      Wenn Du viele Messer schleifen willst, könnte noch ein schneller abtragender zusätzlicher Stein Sinn machen, der bei den anderen zu schleifenden Messern verhindert, dass Du Deinen Kombistein zu schnell runterschleifst.
      Viele Grüße,
      Leo.

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